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| Freyburg 2008 |
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Von Sitzstreiks und gelungener Premiere Freyburg (drü) Alle Jahre wieder trifft sich die gesamtdeutsche Turnfamilie im traditionsreichen Unstrutstädtchen Freyburg, um unter freiem Himmel die Medaillengewinner der verschiedenen Altersklassen von 14 Jahren bis (in diesem Jahr) 84 Jahren auszuturnen. Mit dabei ein Team des SV Motor Eberswalde. Der Reiz der Sportveranstaltung liegt zum einen daran, allen Wetterunbilden zum Trotz an Barren, Balken oder Seitpferd zu bestehen, andererseits im Bewusstsein, auf ganz persönliche Art die Turntradition in der Heimat Friedrich Ludwig Jahns fortzusetzen. Aus Eberswalde reiste eine kleine, aber gut vorbereitete Mannschaft an. Dabei erscheint Rudolf Radecke mit 75 Jahren namentlich in der Ehrenbroschüre als einer der ältesten Teilnehmer. Ebenso wie für Rudolf Trautmann stehen für ihn bis heute weit mehr als 30 Jahnturnfeste zu Buche. Dagmar Rühl bringt es auf 26 Turnfest-Teilnahmen seit 1980. Nach 13 Jahren Freyburg-Abstinenz trat Ulf Reimann im ersten Wettkampfdurchgang der AK 40-44 wieder an die Geräte. Er turnte solide und sauber durch und platzierte sich mit der Silbermedaille (45,60 Pkt.) vor namhaften Konkurrenten. Rudolf Radecke turnte in der AK 75-79 und zeigte am Boden seine beste Übung. Er belegte hinter zwei Turnern des SV Gersdorf den Bronzerang. Motors Abteilungsleiter Henri Durke startete in der AK 45- 49 und wurde am Ende für den sechsten Platz geehrt. Nach drei guten Auftritten haderte er etwas mit seiner Reckübung, wo Fehler ihn um eine noch bessere Platzierung brachten. In der AK 60-64 belegte Rudolf Trautmann den elften Platz. In der sowohl quantitativ als auch qualitativ stärksten Altersklasse 40-45 der Frauen holte sich Heike Sitter (TU Dresden) überlegen den Sieg (37,5 Pkt.), nachdem sie beim Eberswalder Turnertreff im April nach einer Verletzung den Sieg abgeben musste. Dagmar Rühl leistete sich einige Fehler an Barren und Sprung und belegte am Ende Platz 8 mit 31,25 Pkt. Kuriosum bei diesem Wettkampf war ein Sitzstreik der Aktiven, nachdem die, wie jedes Jahr, verbissen-strengen Jurorinnen der Wettkampfleitung bei den Damen auf Turnübungen pochten, die nicht einmal bei deutschen Meisterschaften verlangt werden. Und nun unter freiem Himmel auf den 1,25 Meter hohen Balken zu klettern, wenn sonst die breite Bank ausreicht, wollten die Turnerinnen nicht einsehen und setzten sich durch. "Schade, dass der Frauenwettkampf oft so verbissen nach Vorgaben durchgesetzt wird. Ein Besuch bei den Männerriegen vermittelte ein entspanntes und fröhliches Miteinander von Turnern und Kampfgericht. Jeder freut sich über gute Wertungen und die Besten gewinnen auch hier", so die Einschätzung der Eberswalder. Nachmittags turnten Jugend und Erwachsene. Motors Neuzugang Nadine Gramer trat in der KM III (ab 18 Jahre) erstmals in den Vereinsfarben des SV Motor an und gab mit Platz zwei (36,7 Pkt.) bei 71 Aktiven einen sensationellen Einstand. Mit Traumnoten von 13,6 Pkt. am Sprungtisch und 12,4 Pkt. am Stufenbarren hielt nur ein Sturz vom Balken sie davon ab, nach Gold zu greifen. In der gleichen AK belegte Yvonne Schemel, die sich langsam wieder an alte Wettkampfstärke herantastet, Platz 36 mit 29,45 Pkt. Esther Szögedi startete in der KM III-Jugend und wurde am Ende Zwölfte mit 32,35 Pkt. Im Rahmenprogramm vom Jahnturnfest stehen neben einem verlängerten Zeltwochenende ein Jedermannturnen nach historischen Ideen, verschiedene Läufe und Show-Vorführungen. "Auch wenn die Showbühne in diesem Jahr in die Innenstadt verlagert wurde, um die Bevölkerung besser einzubinden, mussten wir feststellen, das Gastronomie und Handel sich nicht auf die mehr als 1300 Teilnehmer des Jahnturnfestes eingestellt hatten", erzählen die Teilnehmer. In diesem Jahr fand der Turnerball wieder im Lichthof der Sektkellerei statt. Der persönliche Dank der Barnimer gilt dem ortsansässigen Schmiedemeister Roland Erhard. "Er unterstützt uns seit Jahren selbstlos, indem er uns für den Zeltplatz Strom zur Verfügung stellt. Da es in diesem Jahr auf dem Platz einige Schwierigkeiten gab, fanden wir Asyl auf seinem Betriebsgrundstück und fühlten uns für fünf Tage ausgesprochen wohl", so das Team. Zitat aus MOZ, Freitag, 12. September 2008 (18:36) |
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